Das Hochwasser am 25. November 1890 in Weißenfels

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Spendenliste im Weißenfelser Kreisblatt vom 03. Dezember 1890

Das Hochwasser auf der Saale im November 1890, zählt zu den schlimmsten Überschwemmungen seit Menschengedenken im Saaletal. Am 25. November erreichte es Weißenfels und richtete auch hier viel Schaden an.

Inhaltsverzeichnis

Die Vorgeschichte

Im oberen Saaletal, kam es seit dem 16. November 1890 zu einen ständigen leichten Regen. Ab den 21. November wurde dieser stärker und am 22. November wurde daraus ein starker langer Regen. Erste Überschwemmungen traten am 23. November um Mitternacht in Saalburg auf. Die Saale kam schnell in Fahrt und große Überschwemmungen kamen für fast alle Städte und Dörfer die an den Fluß lagen überraschend. Über Saalfeld, Rudolfstadt, Jena, Camburg, Großheringen und Bad Kösen kam das Hochwasser am 25. November in Weißenfels an.

Die Überschwemmung in Weißenfels

Das Hochwasser erreichte Weißenfels am 25. November ca. 22 Uhr. Durch eintretende harte Kälte, kam das Hochwasser früh um 3 "zum stehen". Eine Stunde später ging das Wasser an manchen Stellen wieder leicht zurück. Am 27. November früh am Morgen waren alle Straßen vom Wasser befreit. Einen großen Grund dafür, hatte die in der Nacht eintretende Kälte die Wochenlang anhielt und Temperaturen von unter -10 Grad brachten. Somit gefror das Wasser auf den Straßen und wurde als Treibeis von der Saale mitgenommen.

Folgende Straßen standen unter Wasser

  • Töpferdamm
  • Promenade bis zu Schumans Garten und Promenadengasse
  • Dammstraße
  • Große Kalandstraße
  • Jüdenstraße zur Hälfte
  • Saalstraße bis zur Post
  • Friedrichsplatz
  • Große Deichstraße
  • Wiesenstraße
  • Hirsemannplatz

Die Schäden in der Stadt

Von der Wassermarke kann man dieses Hochwasser mit dem von 1994 vergleichen. Aber es gab einen Unterschied. 1890 kam das Hochwasser mit einen mal, in sehr hoher Geschwindigkeit. Stundenlang glich die Anlage „Am Bad“ einen reißenden Strom. Besonders schlimm traf es die Bewohner des Töpferdamms, welche mit Kähnen gerettet werden mußten. Viele wurden Obdachlos. Das Hinterhaus in der Großen Deichstraße 14 brach früh um 4 zusammen. Die Bewohner (8 Familien mit je 5-6 Köpfen) verloren alles. Ebenso erging es den Bewohnern der Kellerwohnungen der angrenzenden Häuser ( Nr. 27, 31, 35 und 37). An Geschäftshäusern traf es am schlimmsten die Saalstraße bis zur Post. Dort verloren fast alle ihre Waren. Die Geschäfte standen unter Wasser. Enormer Schaden entstand. In der Beuditzstraße stürzte ein Gebäude ein. (3 Familien, 2 davon mit 5 bzw 7 Köpfen.) Töpferdamm 21 musste gräumt werden, da ein Teil schon eingestürzt war.

Spendenaktion

Bürgermeister Franz Falkson rief die Bevölkerung auf, für die in Notgeradenen zu Spenden. Es wurde alles gespendet: Geld, Kleidung, Essen… Das Weißenfelser Tageblatt druckte alle Spenden immer auf der Ersten Seite ab.

Behauptung gegen die Stadt Weißenfels und Stellungsnahme

Die Mitteldeutsche Zeitung (Nr. 279 / 1890) brachte einen Artikel, wo behauptet wird, das die Stadt vorzeitig gewarnt wurde. Das stimmte auch irgendwie, aber es war eine sogenannte Standartmeldung wie sie bei jeden kleinen Hochwasser auch eingeht. Das dieses Hochwasser aber in hoher Geschwindigkeit Richtung Weißenfels kommt, wurde aber nicht mitgeteilt. Bürgermeister Falkson schrieb darauf hin eine Stellungnahme im Weißenfelser Kreisblatt vom 29. November 1890. (Auf die Bilder klicken zum lesen)

Quellen

Persönliche Werkzeuge


Viele alte Buecher

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