Das Mägdegrab bei Untergreißlau

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Das Mägdegrab bei Untergreißlau

An der Flurgrenze von Prittitz und Obernessa, nach Untergreißlau zu, liegt am Wege ein Hügel. Er wird „das Mägdegrab". genannt. Von ihm wird seit alter Zeit diese Geschichte erzählt: Einst saß hier an einem schönen Sommerabend ein Schäfer und träumte in den Abend hinein. Da schlichen heimlich ein paar lüsterne Mägde hinter dem heimfahrenden Erntewagen davon. Die waren Schon lange auf den Schäfer schlecht zu sprechen, weil er beim Maientanz ihre Untugend mit schelmischem Spott gegeißelt hatte und sie beschämt davongehen mußten. Nun überfielen sie den träumenden Schäferburschen rücklings und da sie stark und kräftig waren, warfen sie ihn nieder. Sie wollten ihn kitzeln, bis er vor Lachen nicht mehr könne. Der böse Streich gelang. Gellende Lachlaute gab der Schäfer von sich. Plötzlich war er still. Die Mägde hätten ihn zu Tode gematert. Als man am nächsten Tage die beiden Mädchen in ihrer Kammer ergriff, wurde eine harte Strafe ersonnen. An der Stelle, wo die Leiche des töten Schäfers gefunden wurde, schaufelte man ein Grab. Die beiden Mörderinnen wurden gebunden" hinausgeführt und lebendig in die Gruft gestoßen. Dann warf man Ballen Dorngesträuch nach und schüttete zu. Der Hügel heißt seit jenen Tagen „das Mägdegrab". Nur mit großer Mühe, so erzählt man, sei es möglich gewesen. die jetzt auf ihn wachsenden Bäume hochzubringen, weil ein Bann dieses Fleckchen Erde unfruchtbar mache. Besonders nachts sei es dort nicht geheuer.


Quelle

Das Sagenbüchlein des Kreises Weißenfels (1937) von Alfred Nier

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