Der Mordstein bei Löbitz

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Der Mordstein bei Löbitz

Vor vielen, vielen Jahren war einmal ein Fleischergeselle von Osterfeld nach Löbitz geschickt worden, um dort ein Kalb zu kaufen. Vergeblich hatte er in verschiedenen Bauernhöfen nachgefragt, zuletzt aber doch noch auf dem Rittergute eine schönes Mastkälbchen erhalten. Nun, da es schon Abend wurde, trieb er der Tier heimwärts. Weil er aber vom langen Umherlaufen recht hungrig und müde geworden war, band er das Tier an einen Baum und setzte sich an den Straßenrand, um sein Vesperbrot zu verzehren. Frohgemut holte er das Brot und eine harte Wurst aus dem Beutel, das sollte ihm schmecken! Damals reichte der Wald noch überall bis an die Straßen heran und so hatte der Geselle gar nicht bemerkt, daß hinter den Bäumen ein Landstreicher lag. Der hatte schon seit gestern nichts Rechtes in den Magen bekommen und wie er nun den Fleischer mit dem Brot und der Wurst sah, sprang er auf ihn zu und rief: „Die Wurst her!“ Der Geselle setzt sich zur Wehr, aber der Landstreicher ergriff des Fleischers Beil und schlug ihn tot. Der Landstreicher wurde bald gefangen. Dem toten Gesellen aber setzte man an der Stelle, wo man ihn fand, ein Sühnekreuz an der Landstraße von Osterfeld nach Löbitz.

Quelle

Das Sagenbüchlein des Kreises Weißenfels (1937) von Alfred Nier

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