Gustav Piehler, Automobile und Fabrik für Zentralheizungsanlagen

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Auto-Werke Piehler

Der Betrieb Gustav Piehler, Automobile und Fabrik für Zentralheizungsanlagen hat sich von einem kleinen Handarbeits- Handwerksbetrieb, Bauschlosserarbeiten und Schmiedekunst zu einem Heizungsbaubetrieb und später noch zusätzlich Autowerkstatt entwickelt. Der Betrieb war weit über die Grenzen von Weißenfels bekannt und geschätzt. Er zählte als einer der größten Betriebe mit gemischtem Charakter von Industrie und Handel in Weißenfels

Inhaltsverzeichnis

Die Anfänge

Gustav Piehler

Der Gründer des Unternehmens ist Gustav Piehler, der seine Ausbildung bei dem Schlossermeister Eschrich in Weißenfels machte. Danach ging er auf Wanderschaft. Als junger Gehilfe z.B. half er bei den wertvollen Kunstschmiedearbeiten des Münchener Rathausneubaues im Jahre 1878 mit. Nach etwa 10 Jahren kam er zurück nach Weißenfels und gründete am 1. Oktober 1881 in der Saalstraße 21 seinen ersten Betrieb. Es war eine kleine Werkstatt eines jung verstorbenen Handwerksmeisters und begann mit kleineren Reparaturarbeiten, denen nach und nach Bauschlosserarbeiten folgten. Im Jahre 1881 heiratete er die Tochter einfacher Landleute. Die Familie der Tochter waren fleißige und sehr sparsame Leute, die ihrer Tochter somit eine beachtliche Summe an Heiratsgeld mitgeben konnten. Von diesem Geld kaufte Gustav Piehler das Grundstück in der Langendorfer Straße 11, was er aber nur kurze Zeit behielt und an den Nachbarn Holze verkaufte.

Vergrößerung

Ernst Piehler

Er erwarb darauf hin nur wenige Häuser weiter das Grundstück Langendorfer Straße 14 und baute dort eine größere Werkstatt hin. Damit begann mit hohem Fleiß seine handwerkliche Entwicklung. Es wurde neben Reparatur- und Bauschlosserarbeiten für Häuserneubauten nun auch Schmiedearbeiten zum Bau für Feldscheunen gemacht. Der älteste Sohn Ernst machte von 1900 bis 1903 seine Ausbildung im Väterlichen Betrieb. Auch er ging auf Wanderschaft nach Süd- und Westdeutschland sowie Holland, Belgien und Frankreich. Auf seiner Reise erlernte er das rheinische Kunstschmiedehandwerk. Nach dem er seinen Militärdienst absolviert hatte, stieg er in den Väterlichen Betrieb ein und half bei der weiteren Entwicklung. Die schönsten Kunstschmiedearbeiten des Weißenfelser Lehrerseminars, des Amtsgerichtes und so mancher hiesigen Villa sind unter den Hammer Ernst Piehlers hervorgegangen. Im Laufe der Entwicklung wandte sich Ernst Piehler dem Zentralheizungsbau zu. Fast alle Heizungsanlagen von Weißenfels aus dieser Zeit sind von der Firma Piehler gebaut, sowohl in Fabriken und Wohnhäusern.

Harte Zeiten

Harte Zeiten begannen für das Unternehmen mit dem 1. Weltkrieg 1914. Der älteste Sohn mußte sofort ins Feld ziehen und kurze Zeit später auch der jüngere. Somit war der Vater Gustav Piehler auf sich alleine gestellt. Außerdem mußte er die Lehrlinge von Meister die ebenfalls in Feld zogen in seinen Betrieb aufnehmen und Ausbilden. Er war vollkommen überlastet und erkrankt, so daß er im April 1918 plötzlich verstarb. Seine älteste Tochter Frau Marta Wenzel, hielt den Betreib unter schwerere Anstrengung bis Kriegsende am Laufen, so daß er mit neuer Kraft nach dem Krieg wieder neu aufgebaut wurde.

Neuanfang

In kurzer Zeit war die Werkstatt neu eingerichtet und es konnte wieder flott und erfolgreich gearbeitet werden. Der Bau von Zentralheizungsanlagen nahm einen sehr großen Umfang ein. Erst Piehler hatte als Betriebsleiter einer namhaften Motor und Lokomotiven-Fabrik seine beruflichen Kenntnisse erweitert und gründete eine Automobilabteilung. Er begann mit Autoreparaturen. Die Räume in der Langendorfer Straße 14 wurden aber bald zu klein. 1927 baute er in der Langendorfer Straße 36 eine neue Werkstatt, die für den Reparaturbetrieb genutzt wurden. Er wollte aber beides Vereinen und so kaufte er 1928 von der Stadt das frühere 5400 Quadratmeter große Stadtgut in der Beuditzstraße 38.

Der neue Betrieb

Auto-Ausstellungsraum Piehler

Er errichtete schöne geräumige Ausstellungsräume, ausgedehnte Büroräume, eine Werkstatt mit Ersatzteillager und Arbeitsstätte für viele Leute. Alles wurde so eingerichtet, das die Kundschaft vollständig zufrieden war. In den unteren Räumen wurde eine Automobilausstellung ausgebaut. Zusätzlich wurden Räume für eine Fahrschule bereitgestellt sowie eine Telefonzentralle. Hinter dem Querbau wurde ein Garagenhof errichtet. Dahinter war dann das Lager für den Zentralheizungsbau. Und zu guter Letzt wurde am Eingang eine Tankstelle errichte. Der Kundenstamm entfachte sich immer mehr u.a. Horch-Werke Zwickau, Wanderer-Werke AG, Brennabor-Werke, Hanomag-Automobile, Hansa Lloyd-Werke Bremen, Ford-Motor Köln und weitere. Zusätzlich wurden Stützpunkte in Naumburg und Querfurt errichtet.


Quelle

  • Weißenfelser Tageblatt vom 3.10.1931
  • Weißenfels in Wort und Bild von 1930
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