Herzog Rudolfs abgeschlagene Hand

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Herzog Rudolfs abgeschlagene Hand

In der Grunauniederung zwischen Dobergast und Hohenmölsen kam es im Oktober des Jahres 1080 zu einer Schlacht zwischen den Kaiser Heinrich IV. und dem Herzog Rudolf von Schwaben. Dieser ehrgeizige Herzog war dem Kaiser, der in Italien weilte, um dort deutsche Unabhängigkeit dem Papst gegenüber zu verteidigen, untreu geworden. Die Fürsten hatte Rudolf zum Deutschen König und Heinrich IV. für abgesetzt erklärt. Rudolf vergaß, daß er diesem Kaiser, der noch dazu sein Schwager war, einst den Treueeid geschworen hatte. Heinrich kehrte von Italien zurück und zog gegen die Ungetreuen, zu denen besonders die Sachsen gehörten, zum Kampfe. Bei Hohenmölsen kam es zur Schlacht. Heinrichs Scharen trieben anfangs die Sachsen zurück. Dann aber wurden seine Truppen überall geschlagen. Doch Rudolfs Sieg war teuer bezahlt. Der Untreue Herzog erhielt einen Stich in den Leib, außerdem wurde ihm die rechte Hand abgeschlagen. Als er nun auf dem Sterbebett lag, und die Bischöfe und Edlen trauernd um ihn standen, wies er auf die abgeschlagene Hand und sagte zu ihnen: „Seht, das ist die Hand, mit der ich meinem Kaiser Heinrich die Treue geschworen habe. Ich verlasse jetzt sein Reich und das Leben. Ihr aber, die ihr mich seinen Thron besteigen hießet, sehet wohl zu, ob ihr mich, der ich euch nur folgte, auf den rechten Weg geführt habt.“ Rudolf wurde dann im Dome zu Merseburg begraben.

Quelle

Das Sagenbüchlein des Kreises Weißenfels (1937) von Alfred Nier

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